
Vanessa Schügerl (sie/ihr) – Prädoc Forscherin (Heriot Watt University)
Soph Comini (keine Pronomen) – Studierende (Uni Wien)
Robin Angelini (er/ihm) – Prädoc Forscher (TU Wien)
Jenny Schügerl (sie/ihr) – Pädagogin für Österreichische Gebärdensprache
Caroline Obermaier (sie/ihr) – Angehende Sozialarbeiterin
Nina Lux (sie/ihr) – Öffentlichkeitsarbeit
Amanda Jovanovic (sie/ihr) – Moderatorin
☝️ Warum wir bei Events wie dem Diversity Ball nicht einfach nur Deko sein wollen? Weil Taube Menschen nicht nur für die Bühne oder das bunte Rahmenprogramm gut sind. Wir sind nicht die exotische Kulisse für Vielfalt. Wir sind Teil dieser Gesellschaft und fordern unseren Platz darin ein.
☝️ Es geht um mehr als symbolische Teilhabe. Es geht um echte Mitsprache, um politische Sichtbarkeit, um Zugang zu Entscheidungen und Machtpositionen. Ohne Bevormundung.
☝️ Wir feiern Diversität nicht als Show, sondern als Realität, die verstanden, gesehen und mitgestaltet werden muss.
Inhalts des Videos in deutscher Schriftssprache:
☝️Wir fordern authentische Teilhabe.
Das bedeutet, dass Taube Personen nicht erst am Ende eines Prozesses vielleicht nach ihrer Meinung gefragt werden, sondern von Anfang an ein fixer Bestandteil des Teams sind. Nur wenn wir den gesamten Prozess begleiten können und in alle Entscheidungen involviert werden, kann Teilhabe authentisch sein.
☝️Wir fordern eine Reflektion zur Bedeutung von Audismus.
Alle Mitarbeitenden sollen beispielsweise Schulungen oder Workshops besuchen. Dabei sollen sie sich aber auch selbst die Frage stellen, sie sie aktiv dazu beitragen können, audistisches Verhalten zu verringern.
☝️Wir fordern klare und transparente Kommunikation.
Bei laufenden Projekten sollen beispielsweise die dahinter liegenden Entscheidungsprozesse und involvierten Personen offen dargelegt werden. Dabei reicht es nicht aus, einzelne Institutionen oder Vereine selektiv in Kenntnis zu setzen. Informationen müssen breit gestreut werden, damit jede Person selbst für sich entscheiden kann inwievern sie sich einbringen möchte.
☝️Wir fordern Deaf Leadership.
Das bedeutet, dass Projekte, die sich mit Gehörlosigkeit oder Gebärdensprachen beschäftigen, immer auch von einer Tauben Person geleitet werden sollten. Sie haben Expertise in eigener Sache und wissen, wie solche Projekte entsprechend den Community Bedürfnissen gesteuert, entschieden und organisiert werden müssen.
☝️Wir fordern interne Machtumverteilung.
In größeren Teams soll mindestens die Hälfte der Mitglieder Taub sein. Dabei sollen sie unterschiedliche Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten auf allen Hierarchieebenen einnehmen können.
☝️Wir fordern faire Kommunikation.
Wir fordern weiters, dass das Team in seiner Gesamtheit ausschließlich gebärdensprachlich kommuniziert und zwar nicht nur intern, sondern auch nach hin zur breiteren Öffentlichkeit.
☝️Wir fordern Selbstreflexion.
Wir fordern Selbstreflexion in einem System, in dem viele unterschiedliche Unterdrückungsformen herrschen. Wie könnt ihr als Teil der Mehrheit uns solidarisch unterstützen? Und wir fordern echte Zusammenarbeit, nicht nur ein Angebot nach dem anderen von dem was sich hörende Menschen vorstellen, das Taube Menschen brauchen. Wir sind ja eh schon in einer hörenden Mehrheits-gesellschaft aufgewachsen, und haben uns stets an deren Gegebenheiten angepasst. Braucht es dann wirklich “Kommunikationsengel”?
☝️Wir fordern Bewusstsein.
Wir fordern, dass ihr euren jeweiligen Hintergrund und eure Privilegien reflektiert.
☝️Wir fordern Taube Expertise.
Wir fordern, dass in der Organisation von Veranstaltungen immer auch Taube Expert*innen, die wissen, was Taube Menschen benötigen, ins Team miteingebunden werden.
☝️Unsere Sprache und unsere Kultur sind eins in unserer Identität.
Was wir brauchen: Einen Schritt zurück, Einbindung von Anfang an. Es gibt Taube Personen, die sich aktiv für Repräsentation einsetzen. Sie nicht direkt einzubeziehen, widerspricht dem Grundgedanken von Inklusion. Stattdessen erhalten wir eine oberflächliche, wirkungslose ‚Repräsentation‘ ohne Substanz.